Aktuelles

Bericht vom Oktober-Stammtisch

 

„Wir Aktiven Bürger machen uns Gedanken, wie wir die Zukunft in Selb positiv mitgestalten können“, kommentierte der Sprecher der Interessengemeinschaft die Entwicklung beim Factory In. Überlegungen, warum ein modernes Factory Outlet nicht funktionieren könne, wolle man anderen überlassen. Dass der Stadtrat einstimmig die Änderung des Bebauungsplans befürwortet habe, zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei. Die 25 Besucher des Stammtisches diskutierten dann über die Verkehrsanbindung und die Gestaltung der Parkplätze. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, ob die Flächen komplett versiegelt werden müssten. Siegfried Glässel schlug vor, die Parkflächen durch Parkhäuser zu konzentrieren. Einhellig war man der Auffassung, dass die Ampelkreuzung beim Rotkreuzheim durch einen Kreisverkehr ersetzt werden könnte, um einen reibungslosen Verkehrsfluss zwischen Autobahn und dem neugestalteten Einkaufszentrum zu gewährleisten.

Anklang fand auch die Idee, einen behindertengerechten, fahrerlosen Elektro-Mini-Bus wie in  Bad Birnbach als gefördertes Pilotprojekt zwischen dem Rosenthal-Outlet-Center und dem Factory In einzusetzen. Ein weiteres Thema war der öffentliche Personennahverkehr im Landkreis. Dr. Wolfgang Kaiser wies darauf hin, dass eine „Express-Buslinie“ zwischen Selb und Marktredwitz mit einer einzigen zentralen Zwischenhaltestelle zum Beispiel am Thiersheimer Plärrer längst überfällig sei. Klaus von Stetten bemerkte dazu, dass das Pilotprojekt „Baxi“ im Landkreis Tirschenreuth bereits seit März 2014 laufe, während man im Landkreis Wunsiedel noch immer Daten sammeln würde. „Ein öffentlicher Personenverkehr, der auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht sollte mit mehr Elan verfolgt werden!“

 

Stadträtin Anneliese Schade erläuterte dann die Pläne für die Erneuerung des „Roten Fadens“. Es seien unter anderem neue Stationen und Granitplatten mit Porzellanintarsien vorgesehen. Man müsse jetzt abwarten, wie das Projekt gefördert werde. Entsprechende Anträge seien bereits gestellt.

 

Abschließend wurde über die Zukunft der Jahnturnhalle intensiv diskutiert. Der Vorsitzende der Turnerschaft Selb habe in der jüngsten Ausgabe der Vereinszeitung zurecht auf die ungewisse Zukunft des stadtbildprägenden Gebäudes mit deutlichen Worten hingewiesen. „Nachdem sich die bayerische Staatsregierung trotz immenser Steuereinnahmen bis heute nicht an ein effektives Förderprogramm für ältere Sporthallen heranwagt, müssen wir vor Ort die Initiative ergreifen“, erklärte Klaus von Stetten. Der Verein habe bereits eine immense Summe in die Innensanierung gesteckt. Stadt und Turnerschaft müssten sich noch dieses Jahr an einen Tisch setzen um Fördermöglichkeiten zu prüfen, die Gesamtkosten für eine Komplettsanierung zu ermitteln und ein Nutzungskonzept für die in die Jahre gekommene Halle zu definieren. Im Landkreis gebe es 15 sanierungsbedürftige Sporthallen mit einem geschätzten Investitionsstau von 6 Millionen Euro.

 

 

 

Dr. Klaus von Stetten

 

Selb, 08.10.2017

 

Außenansicht der Jahnturnhalle in der Jahnstraße                              Foto: Florian Miedl
Außenansicht der Jahnturnhalle in der Jahnstraße Foto: Florian Miedl

Bericht vom September-Stammtisch

 

„Das Festival Mediaval wird einmal mehr zeigen, welchen herausragenden Stellenwert Selb als Veranstaltungsort in der Region hat“. Mit dieser Feststellung begrüßte Dr. Klaus von Stetten, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Oberbürgermeister Uli Pötzsch und rund 25 Besucher des Stammtisches im Restaurant Schützengarten. Der Selber Goldberg sei inzwischen ein Magnet für Gäste aus ganz Europa geworden. Die Stadt weiter zu entwickeln hätten sich die Aktiven Bürger auf die Fahnen geschrieben. Dabei seien Ideen gefragt, die nicht immer den Stadtsäckel belasten müssten. Das hätten die von den Aktiven Bürgern initiierten Projekte Seniorenbus, Wave Garden und Pumptrack gezeigt. Für die Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen 2023 gehe es jetzt auch darum, rechtzeitig gute Vorschläge zur konkreten Ausgestaltung der genehmigten Projekte einzubringen. Große Zustimmung erhielt der Vorschlag von Stadträtin Anneliese Schade, im Rosenthal-Park Wasserspiele, wie etwa auf dem Place Massena in Nizza mit Lichtgestaltung, und am Grafenmühlweiher oder Selbbach einen Wasserspielplatz für Kinder zu schaffen. Jochen Kuhn schlug vor, den Rosenthal-Park zusätzlich mit einem kleinen Amphitheater mit Bühnen-Pavillon für Open-Air-Veranstaltungen aufzuwerten. Unverzichtbar seien in beiden Parks freie WLAN-Hotspots, ergänzte Stadtrat Michael Sporer. Der Zugang zum Park und eine bessere Verbindung zum Wohngebiet Kappel für Fußgänger waren ebenfalls ein Thema des Stammtisches. Im vorderen Bereich könnte man, so Martin Pape, durch Ausforstung einen besseren Einblick in den Park gewähren und eventuell einige Parkplätze für gehbehinderte Menschen und Mütter mit Kleinkindern schaffen. „Ein Fußweg vom ehemaligen Bahnhofshauptgebäude direkt in die Kappel könnte den Weg durch die Bahnunterführung ersparen“, bemerkte Siegfried Glässel. Auch eine Fußgängerbrücke von der Kappel zum tiefer liegenden Park wäre eine Überlegung wert. Einig waren sich die Stammtischbesucher, dass es mit Hilfe der diskutierten Attraktionen gelingen könnte, mehr Leben in den Park zu bringen.

 

Anneliese Schade stellte anschließend die bereits andernorts umgesetzte Idee einer „Mitfahrbank“ vor. Einfach hinsetzen und mitgenommen werden. So gehe das einfache Prinzip der „Mitfahrbank“. In Sparneck im Nachbarlandkreis Hof werde das seit Herbst 2016 ausprobiert. Solche Bänke böten zum Beispiel in den Ortsteilen von Selb die Möglichkeit, außerhalb des Linienbusverkehrs nach Selb oder die Nachbarorte zu kommen. Wichtig sei dabei die Vernetzung mit den Nachbarorten und eine intensive Bewerbung, zum Beispiel in den sozialen Medien.

 

Günter Heinrich schlug vor, einen öffentlichen Bücherschrank aufzustellen, wie das in Hof praktiziert werde. Man könnte Bücher entleihen, aber auch Bücher, die man selbst nicht mehr brauche, dort hineinstellen.

 

Die Stammtischbesucher interessierten sich auch für den aktuellen Stand der geplanten Investitionen zwischen Storg und Factory In. Oberbürgermeister Pötzsch verwies auf die Sitzung des Stadtrates am Abend des 27. September. Der Vertreter der Investorengruppe Patrick Müller werde den Stadtrat im öffentlichen Teil über die positive Entwicklung des Projekts informieren. 

 

 

Dr. Klaus von Stetten

Selb, 9.9.2017

 

Bericht vom August- Stammtisch

 

Es sind, wie meistens, einige wenige, die ein friedliches Zusammenleben stören. Zu dieser Erkenntnis kamen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Aktive Bürger bei ihrem jüngsten Stammtisch in den Weismainer Stuben. Die Störer in Selb, das sind zur Zeit einige wenige Jugendliche, die gerne laut und schnell Auto fahren. Ihr Treiben auf dem Parkplatz beim Hallenbad und auf der Kappel hatte die Fraktion CSU/Freie Wähler veranlasst, das Thema in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zu diskutieren. Einen konkreten Vorschlag, was zu tun wäre, hatte die Fraktion der Liste 1 jedoch auch nicht.

 

Die Aktiven Bürger nahmen daraus unter anderem folgende Erkenntnisse mit: Es ist schwer, das Problem endgültig aus der Welt zu schaffen. Es ist aber vor allem wichtig, die Jugendlichen in Selb nicht alle in einen Topf zu werfen und zu verteufeln.

 

Beim Stammtisch erklärte Stadträtin Ramona Jülke-Miedl: Die Polizei, die immer wieder wegen Störer gerufen werde, habe schon vieles getan. So seien in der gesamten Region etwa 40 Anzeigen erstattet und 100 Strafen wegen nicht zugelassener Fahrzeuge erteilt worden. „Wir müssen aber auch sehen, dass die Beamten Wichtigeres zu tun haben, unter anderem für Kriminaldelikte im ganzen Landkreis zuständig sind.“

 

Die Aktiven Bürger setzen deshalb gleichzeitig auch weiter auf den Dialog und fänden den Vorschlag von Oberbürgermeister Pötzsch und der SPD-Fraktion gut, zu einer Versammlung für die Bewohner der Kappel - und auch für Jugendliche - einzuladen. „Die haben sich nämlich vom jüngsten CSU-Stammtisch nicht angesprochen gefühlt“, sagte Stadträtin Anneliese Schade. Und mit vielen von ihnen sei durchaus zu reden, was im übrigen Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch auch schon wiederholt getan habe. Aber natürlich komme es auch vor, dass Anwohner beschimpft würden, wenn sie um Ruhe bitten, wandte Heinz Schade ein.

 

Die Mitglieder diskutierten verschiedene weitere Möglichkeiten, die sich der Stadt Selb bieten könnten: Bodenschwellen seien nach Auskunft des Bauamtes sehr laut. Ketten, die den Platz sperren, könnten wohl relativ leicht geknackt werden. „Und wenn wir die wenigen Störer von diesem Platz weg bringen, suchen sie sich einen anderen“, zeigte Ramona Jülke-Miedl die Grenzen auf. Man könne nicht alle freien Plätze in Selb absperren. Auf den ersten Blick erschiene eine Maßnahme, wie sie die Stadt Weiden auf einem Platz ergriffen hat, möglich: eine äußerst strenge Nutzungsordnung. „Aber auch die muss überwacht werden.“ Deshalb habe man in Weiden bereits Abstriche machen müssen und die Bestimmungen wieder „aufgeweicht“.

 

Die Stadtratsmitglieder berichteten dann über die jüngsten Workshops zur Image-Bildung der Stadt im Rahmen der Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen. Selb stehe für Porzellan, im erweiterten Sinne für Design und damit auch für Kunst. Letztere beschäftigt einige Aktive Bürger. Siegfried Glässel vermisst einen Koordinator, der verhindert, dass Kunstwerke nahezu beliebig in der Stadt verteilt werden. „Manche Kunstwerke, wie die in dem ehemaligen Park zwischen Post und Bahnhof, sind regelrecht verschenkt“, pflichtete ihm Wolfgang Neidhardt bei. Eine der Aufgaben bei den Freundschaftswochen sei es deshalb, große Park- und Freiflächen zu schaffen und gezielt zu bestücken, meinten Anneliese und Heinz Schade.

 

Auf Nachfragen einiger Mitglieder nach Neuigkeiten bei den Plänen für die neue Nutzung von Factory In und Storg bat Ramona Jülke-Miedl um Geduld: „Das Verfahren ist unglaublich aufwändig.“ Investor Müller wolle aber in der September-Sitzung des Stadtrates seine Planungen konkretisieren. Eine Maßnahme im Rahmen des Masterplanes Innenstadt findet laut Anneliese Schade schon demnächst statt: Im September würden die Verkehrsströme gezählt. Das lege dann eine Basis für ein Verkehrs-Gutachten. Dieses wiederum sei eine wichtige Grundlage für die weiteren Planungen.

 

Klaus von Stetten

Selb, den 04.08.2017

 

 

 

Kommentar zum "Brennpunkt Kappel" im Stadtrat

„Der Bericht des Oberbürgermeisters und des Chefs der Polizeiinspektion hat gezeigt: Verwaltung und Polizei kümmern sich bereits seit geraumer Zeit um die beiden Brennpunkte auf der Kappel.

 

 

Wenn die Liste 1 (CSU/FWS) bei der Verwaltung einmal nachgefragt hätte, wäre sie besser informiert gewesen.

 

 

Die Sorgen der Anwohner sind sowohl im Bereich Schönwalder Weg, als auch am Hallenbadparkplatz berechtigt.

 

 

Am Schönwalder Weg wurden verschiedene Versuche gemacht den Verkehr zu beruhigen.  Diese wurden von den Anwohnern allerdings unterschiedlich bewertet. Das macht eine Lösung nicht leichter. Die letzte Möglichkeit wäre, die hintere Zufahrt zur Kappel zu sperren. Auch diese Variante wird von den Kappelbewohnern sehr unterschiedlich kommentiert. Ich kann mich dafür nicht begeistern.

 

Beim Hallenbadparkplatz entsteht Unruhe nicht durch junge Menschen im Allgemeinen, sondern durch wenige, scheinbar unbelehrbare Unruhestifter, die eine friedliche Mehrheit dort auf dem Parkplatz in Verruf bringen. Alle jungen Menschen, die sich dort treffen, über einen Kamm zu scheren, wäre ungerecht. Wichtig ist es, die wenigen Unruhestifter zu identifizieren.

 

 

 

Die Anwohner zu einem Gespräch in der Hallenbadgaststätte einzuladen war eine gute Idee. Noch besser wäre es gewesen, die jungen Leute, die sich auf dem Parkplatz treffen mit einzuladen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

 

 

 

Der einzige Lösungsansatz, der dem vorliegenden Antrag zu entnehmen ist, ist der vage Verweis auf Bodenschwellen, die zu langsameren Fahren verleiten sollen. Davon kann ich nur abraten. Das Überfahren von Bodenschwellen macht auch bei niedrigen Geschwindigkeiten noch mehr Lärm. Deshalb hat die Stadt ja auf Wunsch der Anwohner die Pflasterschwellen bei der nahen Kappeleinfahrt kürzlich erst entfernt.

 

 

 

Miteinander reden, dokumentieren, was passiert und die wirklich Schuldigen für die Ruhestörung einzeln identifizieren wird der richtige Weg sein, den die Verwaltung bereits längst geht.

 

 

 

Nicht gut ist, wenn Nöte der Bewohner politisch instrumentalisiert werden, mit einem Antrag wie er uns vorliegt, der aber zur Lösung nichts Konkretes beiträgt. Auf so etwas kann man verzichten. Einmal mehr wird die Verwaltung der Stadt Selb in ein schlechtes Licht gestellt. „Die machen ja nichts“. Das stimmt nicht.

 

 

 

Der Antrag heute war völlig überflüssig, wir Aktive Bürger werden ihm nicht zustimmen.

 

Aber wir werden mit allen, die sich ernsthaft und ohne politischen Hintergedanken mit dem Thema befassen wollen, der Stadtverwaltung helfen, einen Weg auf der Kappel zu finden, der nicht noch tiefere Gräben aufreißt.“

 

 

 

Klaus von Stetten, Fraktionsvorsitzender Aktive Bürger in der Stadtratssitzung am 26.07.2017.

 

Bericht vom Juni-Stammtisch

Foto: Florian Miedl
Foto: Florian Miedl

„Wir wollen ein bisschen Ordnung schaffen in der Stadt und den schwächeren Verkehrsteilnehmern helfen.“ Dr. Klaus von Stetten, der Sprecher der Aktive Bürger, nahm den Mitgliedern der Interessengemeinschaft die Sorge, von nun an würden Parküberwacher mit der harten Keule diejenigen bestrafen, die in Selb ihr Fahrzeug nicht ganz exakt innerhalb der eingezeichneten Parkbuchten abstellen. Die Überwacher seien angehalten, unter anderem diejenigen zu verwarnen, die völlig außerhalb der eingezeichneten Parkräume oder in diesen stundenlang das Auto stehen ließen, sagte von Stetten laut einer Pressemitteilung beim jüngsten Stammtisch der Aktiven Bürger in der Gaststätte Eisstadion. Wer sich an die Regeln halte, habe nichts zu befürchten. „Schulbusse kommen teilweise nicht mehr durch, etwa an der Ecke Ludwig-/Bahnhofstraße“, ergänzte Horst-Dieter Menne. Ein weiterer neuralgischer Punkt, an dem die privaten Kontrolleure tätig werden sollen, ist laut von Stetten neben der Ludwigstraße der Bereich rund um das Finanzamt. Er verwies ferner darauf, dass es, etwa hinter dem Brauhaus, genügend und kostenlose Parkplätze gebe. „Von dort aus ist man in höchsten drei Minuten im Stadtzentrum.“

Ein Verkehrsproblem der etwas anderen Art war Thema bei der jüngsten Stadtratssitzung gewesen: Lärmbelästigung, vor allem rund um den Place de Beaucouzé. Bei diesem Thema ging der Sprecher selbstkritisch auf Ursachensuche: Dort fehlt eine Begrünung, und es gibt keine Hindernisse. Vielleicht, so von Stetten, sei es eine Überlegung wert, den Place de Beaucouzé zu verlegen, etwa in den Rosenthal-Park und an dessen derzeitigen Standort Parkplätze anzulegen. Ein Place de Beaucouzé im Grünen würde der Vorliebe der französischen Freunde für das Picknicken Rechnung tragen. Diese Idee müsse aber auch mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft abgestimmt werden.

Der Rosenthal-Park soll laut Stadtratsbeschluss als eine der ersten Maßnahmen für die bayerisch-tschechischen Freundschaftswochen verschönert werden. Hier könnte sich Michael Sporer beispielsweise einen Wasserspielplatz für Kinder vorstellen.

Der brachte das Gespräch auf das Thema Eishalle, deren Sanierung bekanntlich keine staatliche Förderung genießt. „Sie hat eine Wirkung weit über die Stadt hinaus, ähnlich wie etwa unser Rosenthal-Theater und die Luisenburg in Wunsiedel“, stellte von Stetten fest. Deshalb hätte auch diese städtische Einrichtung überregionale Unterstützung verdient.

Martin Pape erkundigte sich beim Stammtisch nach der Zukunft des Selber Kinos. „Das wird so, wie es jetzt ist, kaum weiter existieren können“, sagte Klaus von Stetten. Er kann sich stattdessen ein Themenkino mit Gastronomie vorstellen. In den vergangenen Wochen habe Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch schon mehrere Gespräche zu diesem Thema geführt.

Abschließend erklärte der Sprecher der Aktiven Bürger, warum der Stadtrat bei der jüngsten Sitzung nichtöffentlich über ein Förderprogramm für innerstädtische Immobilien diskutiert hat: „Wir mussten erst einmal den Rahmen für das Fördergebiet und den Umfang der Förderung festlegen und hoffen jetzt, dass mehr Bürger in den Genuss von Zuschüssen kommen.“ Eine Diskussion in aller Öffentlichkeit hätte dieser Absicht zum jetzigen Zeitpunkt nur schaden können.

Tolle Idee!

„Der Mixer reid me fei scho zan Wegschmeißen, dean howe doch nu gouer njat lang" oder: „Etz ist doch plötzle ma Stöll assn Leim ganger, wou gehe denn da hie?“ Solche oder ähnliche Probleme tun sich für den einen oder anderen Mitbürger schon fast täglich auf, und da ist guter Rat teuer.
Das hat Gerd Bock, der zweite Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Selb, erkannt, und es wurde in ihm die Idee geboren, auch in Selb, so wie in vielen anderen Städten geschehen, ein Reparatur-Café einzurichten. Er stellte seine Idee im Seniorenbeirat vor, man fand sie gut und beauftragte ihn, dieses Projekt zu leiten und zu einem Abschluss zu bringen.
Zunächst ging es für ihn darum, eine entsprechende Einrichtung zu finden, wo solche Reparaturen durchgeführt werden können. Fündig wurde er dabei im JAM. Dort hatte er bei einer früheren Besichtigung einen Raum gesehen, in welchem Hobelbänke, Kappsäge, Bohrständer und vieles mehr an Werkzeugen vorhanden war. Seine Nachfrage bei Oberbürgermeister Uli Pötzsch und der Leiterin des JAM, Silke Fischer, fand offene Ohren, und es wurde sofort volle Unterstützung zur Verwirklichung der Idee zugesagt. Silke Fischer: „Eine hervorragende Idee. Endlich findet dieser Raum eine Belebung. Bislang konnten wir darin niemand werkeln lassen, weil keine fachmännische Anleitung und Aufsicht vorhanden war."
Nun mussten entsprechende ehrenamtliche Fachleute gesucht werden. Gefunden wurden sie in dem Schreiner Manfred Pöhlmann und dem Elektriker Dieter Rosenbaum. Beide waren auf Nachfrage von Gerd Bock sofort von der Idee überzeugt und erklärten sich bereit, in dem Reparatur-Café mitzuwirken. Und so traf man sich dieser Tage im JAM gemeinsam mit dem Oberbürgermeister und besprach Einzelheiten. Festgelegt wurde, dass das Café zunächst jeweils am ersten Donnerstag im Monat in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet ist. Sollte sich im Laufe der Zeit eine große Nachfrage zeigen, können eine zeitliche Verlängerung oder ein zweiter Tag ins Auge gefasst werden.

Zu dem Reparatur-Café ist einiges Grundsätzliches festzustellen, so Bock:
* Träger ist der Seniorenbeirat und damit die Stadt Selb
* die Aktivitäten des Reparatur-Cafes finden kostenlos und auf ehrenamtlicher Basis
statt
* Reparaturen werden - unter Anleitung von Reparaturfachleuten - soweit möglich -
von den Besuchern selbst durchgeführt
* die Reparaturen an Gegenständen geschehen auf eigenes Risiko der Besucher
* eine Haftung für Schäden infolge von Reparaturempfehlungen oder Reparatur-
anleitungen, sowie entstandene Schäden an zur Reparatur mitgebrachten
Gegenständen ist ausgeschlossen
* es wird keine Garantie für reparierte Geräte übernommen
* vor der Reparatur ist vom Besitzer eine Haftungsausschlusserklärung zu unter-
schreiben
* repariert werden nur Kleingeräte. Nicht im Programm sind z.B. Waschmaschinen,
Fernsehgeräte, Kraftfahrzeuge und Ähnliches (Entscheidung auf Nachfrage)
* Kosten für Ersatzteile sind vom Besucher zu übernehmen
* die Entscheidung, ob das jeweilige Gerät repariert wird, treffen die Fachleute vor Ort
* für den An- und Abtransport der Gegenstände sind die Besucher verantwortlich
* Reparaturen außer Haus sind nicht möglich
* sollten die Fachleute zu der Überzeugung gelangen, dass eine Reparatur in keinem Verhältnis zu den entstehenden Kosten für Ersatzteile steht, wird dem jeweiligen Besitzer geraten, das Gerät zu entsorgen und sich im Fachgeschäft ein neues anzuschaffen

Die Grundidee für das Reparatur-Café ist, Mitmenschen die Möglichkeit zu geben, Liebgewordenes unter fachmännischer Anleitung selbst wieder funktionsfähig zu machen oder den Gegenstand kostenlos reparieren zu lassen. Dabei steht der zwischenmenschliche Bereich im Vordergrund, man soll miteinander, vielleicht bei einer Tasse Kaffee, ins Gespräch kommen und dem teilweise tristen Alltag für einige Zeit entfliehen können. Das ist älteren Menschen sehr oft ein großes Bedürfnis. Asylsuchenden, handwerklich begabten Mitmenschen wird die Gelegenheit gegeben, sich hier mit einzubringen, womit zur Integration ein großer Schritt getan würde.

Die Nachfragen bei anderen Betreibern von Reparatur-Cafés, so Bock, haben durchwegs ergeben, dass es mit Handwerkern und Geschäften diesbezüglich keine Probleme gibt. Konkurrenzdenken ist nirgendwo bekannt geworden, weil für derartige kleine Aufträge kein Interesse besteht und der Handwerker im Vergleich zu seiner erbrachten Leistung relativ viel verlangen muss. Und ist der Reparaturaufwand durch den ehrenamtlichen Fachmann im Café zu hoch oder sind die Ersatzteile recht teuer, so verweist er zur Neuanschaffung ja sowieso an das Fachgeschäft.

„Nun, die Voraussetzungen sind geschaffen und jetzt gilt es, das Reparatur-Café publik zu machen und auf reges Interesse zu hoffen. Und wenn nach der Reparatur vielleicht der eine oder andere „Zwickl" in die Spendenbox geworfen wird, sind wir natürlich auch nicht böse", so Bock. Schließlich müssten ja immer wieder einmal Kleinteile gekauft werden, und die würden dann von den Spenden bezahlt.
Fragen oder Wünsche zum Reparatur-Café und Anmeldungen von Reparaturen an Gerd Bock, Tel: 09287-1434

Bericht vom Mai-Stammtisch

Foto: Florian Miedl
Foto: Florian Miedl

Der monatliche Stammtisch der Aktiven Bürger fand erstmalig bei Randa und Jam Hamscho in der „Jahnstube“ statt. Im neu gestalteten und gemütlich ausgestatteten Vereinsheim der Turnerschaft Selb kam beim Genuss arabischer Spezialitäten eine rege Diskussion in Gang. Hauptthema des Abends war natürlich der vorgestellte Masterplan zur Umgestaltung der Selber Innenstadt. Nach einhelliger Meinung bietet dieser Konzeptentwurf große Chancen, sukzessive in die Realität umgesetzt zu werden.
Stadträtin Anneliese Schade betonte, dass vor allem die an der Entwicklung des Masterplans beteiligten Bürger die Richtung dafür vorgegeben hätten. Investor Patrick Müller und die Munitor GmbH würden flexibel auf die Vorstellungen der Stadt und ihrer Bürger eingehen. Bei der Vorstellung des Masterplans wurde von allen Beteiligten das überaus große Engagement der Selber mit konstruktiv kritischen Beiträge in den Arbeitsgruppen lobend erwähnt. Für Klaus-Martin Hesse und Martin Karsten – Projektentwickler der beauftragten Firma FORUM-BREMEN – stellte das gar ein Novum unter vergleichbar großen Städten dar. Entsprechend wichtig nehme auch der Investor die Anregungen aus der Bevölkerung und lasse sie in seine Planungen einfließen. So soll unter anderem vor Veröffentlichung weiterer Details zum City-Outlet ein Verkehrskonzept erarbeitet werden, das den innerstädtischen Verkehr sowie die Zu- und Abfahrt zu den Outletbereichen neu ordnen will.
Die sehr gute Zusammenarbeit mit allen Entscheidungsträgern und der Verwaltung sei vom Investor ebenso gelobt worden wie die Bereitschaft von über 40 Eigentümern, ihre Häuser und Wohnungen zugunsten einer positiven Stadtentwicklung aufzugeben. „Der Neubau eines mehrgeschossigen Hauses im jetzigen Bürgerpark, das im Erdgeschoss die Stadtbücherei beherbergen wird, soll vielen Hauseigentümern aus dem Bereich Marienstraße eine neue Heimat in der zentralen Innenstadt schaffen“, erläuterte Anneliese Schade. In Kürze werde ein Antrag für dieses Bauvorhaben gestellt.
Stadtrat Michael Sporer wies auf die äußerst positive Tatsache hin, dass die Entwicklung des Masterplans, die Planungen des STORG- und Factory In-Investors und die Vorbereitungen für die Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen parallel laufen und somit alle drei Investitionsmaßnahmen sich gegenseitig ergänzen werden.
17 Einzelprojekte in fünf Bereichen umfasse der Masterplan für die zentrale Innenstadt, deren Gesicht dadurch nachhaltig verändert und modernisiert werde. Durch den Abriss des ehemaligen NKD-Marktes in der Ludwigstraße beginne man bereits mit der Umsetzung in ersten Bereichen. In den kommenden Wochen schließt sich sie Gestaltung der neu geschaffenen Freiflächen zwischen Ludwigstraße und Schillerstraße an und mit dem Projekt „Wir2-My2“ des Kunstvereins Hochfranken werde dort ein künstlerischer Schlusspunkt gesetzt.
Die Stammtischbesucher waren sich nach intensiver Diskussion einig, dass die derzeit geplanten Projekte eine mutige Investition in die Zukunft seien.