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Unsere Stellungnahme zum FP-Artikel „Forderungen aus Selb kontraproduktiv“ vom 30.12.2020

Mit Unverständnis nimmt die Selber Stadtratsfraktion Aktive Bürger die Ausführungen von Frau Wuttke-Gilch zur Kenntnis. Zahlreiche Institutionen, Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Landkreis haben sich für eine zukunftsorientierte Ausrichtung des Hauses Selb der Klinikum Fichtelgebirge gGmbH eingesetzt. Es geht um die Grundversorgung und ein gutes Angebot in beiden Häusern, da nur so der Bestand des gesamten Klinikums gesichert werden kann. Wenn man nur etwas über den Tellerrand hinausblickt, stößt man auf die nahen Hochfrankenkliniken, die als Häuser der niedrigeren Versorgungsstufe 1 ein solches Angebot an beiden Betriebstätten in Naila und Münchberg geschafft haben und dabei mit einem deutlich niedrigerem Jahresdefizit als das Klinikum Fichtelgebirge arbeiten. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen können Krankenhäuser von der Größe des Klinikums Fichtelgebirge nicht mehr kostendeckend wirtschaften. Frau Wuttke-Gilch hat auch noch nie gefordert, dass zum Beispiel ein kommunales Schwimmbad kostendeckend betrieben werden soll. Auch Krankenhäuser sind Einrichtungen der Daseinsfürsorge, gleichwohl mit größerer Bedeutung als Freizeiteinrichtungen. Den Hinweis von Selber Wirtschaftsunternehmen, dass die Wirtschaftlichkeit von stationären Gesundheitseinrichtungen nicht an erster Stelle stehen dürfe, als „Farce“ zu bezeichnen, hat wohl andere Hintergründe. Wenn Selber Unternehmer eine Grundversorgung des Selber Krankenhauses mit Innerer Medizin, Chirurgie, Notfallversorgung und Durchgangsarzt fordern, tun sie das nicht zum Selbstzweck, sondern für ihre Mitarbeiter. Aber hier scheint die SPD-Politikerin Wuttke-Gilch ein ideologisch geprägtes, politisches Problem zu haben. Ihre Ausführungen zum Engagement der Selber Unternehmer offenbart Kirchturmdenken auf unterstem Niveau. Zudem lässt es sich auf das vermeintliche Feindbild „Unternehmer“ halt immer schön einprügeln. Dass die selbsternannte Krankenhaus-Expertin immer noch auf einem angeblichen Konzept des ehemaligen Geschäftsführers herumreitet, lässt erahnen, dass es mit ihrer Kompetenz zum Thema Krankenhaus nicht weit her ist. Ein Neustart des Klinikum-Managements war notwendig, davon waren auch Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Peter Berek und seine beiden Vertreter Oberbürgermeister Oliver Weigel und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch überzeugt. Die Marktredwitzer und Selber sind daran interessiert, einen gemeinsamen Neustart für das gesamte Klinikum auf den Weg zu bringen. Das einzige, was hier kontraproduktiv ist, sind die einsamen Äußerungen der „Expertin“ Wuttke-Gilch, der man Solidarität mit ihrem verabschiedeten ehemaligen Chef menschlich betrachtet ja nachsehen kann. Der Aufsichtsrat wird sich nicht mit den Vorstellungen des ehemaligen Geschäftsführers, sondern mit den Vorschlägen des jetzigen Geschäftsführers Meier beschäftigen. Der Landkreis wird sich durch völlig überflüssige Vorstöße nicht auseinander dividieren lassen. Bereits bei der Erweiterung des Selber Outlet-Centers Factory In im Jahr 2009 hat Frau Wuttke-Gilch als Vorsitzende der SPD-Fraktion im Marktredwitzer Stadtrat erfolglos Stimmung gegen dieses erfolgreiche Selber Projekt gemacht. Aber die Zeiten der Grabenkämpfe innerhalb des Landkreises sind längst vorbei. Die überwiegende Zahl der verantwortungsbewussten Kommunalpolitiker hat längst erkannt, dass es nur gemeinsam vorangeht – auch beim Thema Klinikum.

 

Selb, den 31.12.2020

Dr. Klaus von Stetten

Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion Aktive Bürger Selb

Vorsitzender der Interessengemeinschaft Aktive Bürger Selb.


Bericht zur Jahreshauptversammlung 2020

Ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums der kommunalpolitischen Interessengemeinschaft stand die diesjährige Jahreshauptversammlung im Saal der Blockhütte.

 

Neben Oberbürgermeister Uli Pötzsch begrüßte der Sprecher Dr. Klaus von Stetten viele Mitglieder, unter ihnen diejenigen, die seit dem Gründungsjahr 1995 dabei sind.

 

In seiner Begrüßung erinnerte Klaus von Stetten daran, dass Klaus Cullmann damals die Interessengemeinschaft in Cullmanns Keller gegründet hat. Es sei ihm gelungen gestandene Selber Bürgerinnen und Bürger um sich zu versammeln, die alle aufrichtige Demokraten mit einer humanistisch geprägten Haltung gewesen seien. „Von diesem Weg sind die Aktiven Bürger seitdem nicht abgewichen“, so von Stetten. Man habe den Rückhalt in der Bevölkerung kontinuierlich ausgebaut und bei allen Wahlen Sitze im Stadtrat dazugewonnen. „Dass wir seit 2013 mit Uli Pötzsch einen Oberbürgermeister stellen können, der die Stadt auch in schwierigen Zeiten mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl führt, darauf sind wir stolz“, betonte von Stetten.

 

Oberbürgermeister Uli Pötzsch stellte anschließend fest, dass es das gemeinsame große Ziel sei, Selb weiterzuentwickeln und dabei die Selberinnen und Selber zu beteiligen. „Wir haben noch nie die Parteifahne vor uns hergetragen“, so Pötzsch. Deshalb liege es ihm auch am Herzen, im Stadtrat einen Konsens für alle wichtigen Projekte zu erreichen. „Wir sind alle angetreten um unser Bestes für die Stadt zu geben.“

 

Bei großen Projekten, die meist von Investoren oder der Stadt Selb getragen würden, sei ein großer Zeitaufwand nichts Ungewöhnliches. Immer wieder müsse mit übergeordneten Behörden verhandelt werden, können Planungen, Abstimmungen bis hin zu Bauausführungen ein großes Zeitfenster einnehmen. „Ich bitte die Selberinnen und Selber deshalb um Geduld und Verständnis“, so der Oberbürgermeister. Bei der spannenden und positiven Entwicklung der Stadt müsse man vorübergehend Einschränkungen des gewohnten Ablaufs in Kauf nehmen.

 

Im Bericht des Sprechers zum zurückliegenden Jahr stand die Diskussion um das Selber Krankenhaus im Vordergrund. „Wir können es schaffen, beide Häuser mindestens mit einer Unfallchirurgie, einer Notaufnahme, einem Durchgangsarzt und einer internistischen Abteilung auszustatten und wirtschaftlich zufriedenstellend zu betreiben“, stellte von Stetten fest, der auch Gesundheitsreferent des Stadtrats ist. In den Hochfranken-Kliniken Münchbeg und Naila, die beide nur eine Versorgungsstufe 1 aufwiesen, werde das auch erfolgreich demonstriert. Auch dort gebe es ein jährliches Defizit. Das würde sich aber im Rahmen halten.

 

„Ich arbeite intensiv mit den wichtigen Entscheidungsträgern zusammen um eine einvernehmliche Lösung für die Zukunft beider Standorte zu erreichen“, ergänzte Oberbürgermeister Uli Pötzsch, der Mitglied des Aufsichtrates der Klinikum Fichtelgebirge GmbH ist.

 

Beeindruckt zeigte sich Klaus von Stetten von der eigeninitiierten Online-Petition des neuen Stadtrats der Aktiven Bürger, Christian Pich. Rund 7.000 Unterschriften aus Selb, aus dem gesamten Landkreis, aus dem benachbarten Landkreis Hof und aus Tschechien zeigten, wie sehr die Bevölkerung hinter einem breit aufgestellten Haus in Selb stünde. Dass die Selber Unternehmen in dieser Angelegenheit so deutlich Flagge gezeigt hätten, sei beeindruckend. „Ich bin zuversichtlich, dass Landrat Peter Berek zusammen mit dem Aufsichtsrat die Versorgung an beiden Standorten konstruktiv angehen wird“, so von Stetten. Das habe seine positive Reaktion auf die Petition gezeigt.

 

Schließlich arbeite man beständig an einem positiven Image der Stadt Selb. Damit wolle man wenigstens einen Teil der zahlreichen Pendler für eine Wohnortwechsel nach Selb motivieren. Auch für die inzwischen vermehrt zuziehenden Familien mit Kindern sei ein Krankenhaus und Grundversorung vor Ort ein wichtiger Standortfaktor. „Während wir gleichzeitig versuchen, die steigende Nachfrage nach Kindertagesstätten-Plätzen zu befriedigen, werden wir nicht tatenlos zusehen, wie das Angebot im Selber Krankenhaus reduziert wird“, drückte sich von Stetten deutlich aus.

 

Bei der anschließenden Ehrung der langjährigen Mitglieder hob Klaus von Stetten das kluge und unermüdliche Engagement des „aufrichtigen Demokraten“ Klaus Cullmann hervor. Der erhielt lang anhaltenden, stehenden Beifall von den Versammlungsteilnehmern. „Ich hatte das Glück, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute für meine Idee begeistern zu können“, kommentierte Klaus Cullmann mit Rückblick auf das Gründungsjahr 1995.

 

Geehrt wurden für 20 Jahre: Siegfried Bauer. Für 25 Jahre: Klaus Cullmann, Brigitte Heinrich, Ulrike Kropf, Hans Rummel, Wolfgang Neidhardt, Dr. Klaus von Stetten, Siegfried Gläßel und Uwe Partenfelder.

 

Dr. Klaus von Stetten

Selb, 18.10.2020


07/19: Das POLIS-Magazin für Urban Development berichtet über Selb und die AKTIVEN BÜRGER

"Die AKTIVEN BÜRGER in Selb zeigen, wie es gehen kann: Mit mutigen Projekten wird in Selb an der Stadtentwicklung gearbeitet. Dabei spielt das gemeinsame Leben in der Innenstadt eine große Rolle."