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Zukunft für Selb
Aktive Bürger besuchen das Schülercafe "Oase" in Selb
"Kinder mögen und gelten lassen", unter diesem Motto leitet Diakon Jürgen Kricke das Schülercafe "Oase" im Selber Schulzentrum. Und dass er großen Erfolg hat beweist die Tatsache, dass täglich über hundert Schülerinnen und Schüler das Angebot dieser Einrichtung annehmen. Nach seinen Erkenntnissen müssen viele Kinder ohne Frühstück aus dem Haus gehen und sind dankbar, dass ihnen in der "Oase" ein solches angeboten wird. Er berichtet von einem Kind, dass jeden Tag den Eltern das Frühstück richten und dann das Haus verlassen muss, ohne selbst etwas gegessen zu haben. Jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr halten sich so zwanzig bis dreißig Kinder im Cafe auf, die ein Frühstück zu sich nehmen und etwa die gleiche Zahl kommt einfach so "zum Aufwärmen" oder, "weils ihnen ganz einfach hier gefällt", so Kricke. Auf die Frage, ob es denn bei diesen vielen Kindern unterschiedlichen Alters und verschiedener nationaler Abstammung nicht auch zu Problemen kommt meint der Leiter der "Oase": "Ich bin nun seit drei Jahren hier und in dieser doch relativ langen Zeit habe ich keine gravierenden Vorkommnisse erlebt. Wir haben klare Regeln und achten auf deren Einhaltung, sind aber sehr tolerant. Die Kids verstehen sich untereinander; eine Abkapselung erkennen wir nicht, Inklusion wird hier gelebt."
Uli Pötzsch, der immer wieder in sehr offenen Gesprächen die Probleme der Kinder und Jugendlichen im Rahmen der "Jungen Sprechstunde" im Jugendtreff auf dem Vorwerk erforscht und gemeinsam mit ihnen Lösungsmöglichkeiten sucht, berichtet, dass Kinder früh ohne Frühstück aus dem Haus geschickt werden und erst am Abend wieder nach Hause kommen dürfen. Für sie ist es sicher ein Segen, dass es das Schülercafe gibt. Und weil solche Einrichtungen so wichtig und unbedingt zu erhalten und auszubauen sind, sei es den Aktiven Bürgern ein Anliegen, sich zu informieren, Sorgen und Nöte zu erfragen und nach Möglichkeiten zu suchen, zu helfen.
v.l.: Stadtrat Uli Pötzsch, Diakon Jürgen Kricke, Stadtrat Klaus Cullmann
Derzeit sind in der "Oase", so Kricke, 13 Personen beschäftigt. Es handelt sich dabei u.a. um Erzieherinnen, Hauswirtschafterinnen und Kinderpfleger. Die Kosten für Personal und Einrichtung sind nicht gering. Die Förderung sei in den letzten Jahren immer unkalkulierbar gewesen, feste Zusagen habe es nur von Jahr zu Jahr gegeben. Das habe sich natürlich negativ auf alle Planungen ausgewirkt. Immer wieder müsse er um Zuschüsse kämpfen. Um nicht auf eine feste Anmeldung für das kommende Jahr fixiert und damit gehandicapt zu werden habe er unzählige Gespräche mit dem Ministerium geführt, habe Unterschriften gesammelt, sei schließlich selbst nach München gefahren und habe Erfolg gehabt. Er konnte eine feste Zusage finanzieller Mittel für das Halbjahr 2012 erreichen. Trotzdem seien noch Zuschüsse des Landkreises und der Stadt Selb erforderlich. Mit den bisherigen Mitteln sei nicht auszukommen, so Kricke. Alle Möglichkeiten erschöpfen sich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzen.
Uli Pötzsch spricht das neue Haus der Jugend an und fragt Kricke, ob ihm ein Konzept bekannt sei, wie diese Jugendeinrichtung personell geführt werden soll. Seiner Meinung nach sei es doch sinnvoll, bereits bestehende und hervorragend funktionierende Einrichtungen in ein Gesamtkonzept einzubinden. So könne er sich vorstellen, dass Schülercafe, Jugendtreff Vorwerk, Haus der Jugend "vernetzt" und unter einer Leitung geführt werden. Kricke :"Sinnvoll wäre, dass sich die Verantwortlichen zusammensetzten und ein Konzept erarbeiteten". Nur so sei eine optimale Lösung zu finden. Er habe im übrigen vor, einen runden Tisch zu initieren und die "Zukunft abzustecken". Dabei seien selbstverständlich auch finanzielle Möglichkeiten zu diskutieren.
"Wenn man im Internet Schülercafes aufruft und feststellen kann, dass die Selber "Oase" auf dem dritten Platz in Bayern liegt", so Pötzsch, "freut man sich und ist noch mehr davon überzeugt, dass diese Einrichtung hervorragend geführt wird und unbedingt noch mehr unterstützt werden muss."
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