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Stetten wirft OB Blockade vor
Immer häufiger schütteln die Stadträte der Aktiven Bürger nur noch den Kopf über das Tun von Oberbürgermeister Wolfgang Kreil. Bei einer Vorstandssitzung fasste die Interessengemeinschaft die Ausrutscher des Stadtoberhauptes noch einmal zusammen. Laut einer Pressemitteilung wollen die Aktiven Bürger trotz der Blockade Kreils weiter alles versuchen, damit das in Selb umgesetzt wird, was sie für richtig halten.
„Energiepolitisch scheint der Oberbürgermeister in der Steinzeit verweilen zu wollen“, meinte Dr. Klaus von Stetten, der Sprecher der Aktiven Bürger und der Stadtratsfraktion. Das dürfe eigentlich niemanden wundern, der sich an die Schlagzeile erinnere: Kreil fahre lieber schnell als sparsam Auto. Wie das Stadtoberhaupt allerdings in den vergangenen Wochen mit dem Thema Fotovoltaik umgegangen sei, das sei eine Beleidigung des gesamten Stadtparlaments gewesen. Bei der ersten Abstimmung im Juli in nichtöffentlicher Sitzung habe er dem Gremium nur eine von vier Optionen vorgelegt, die ein Unternehmen an die Stadt gesandt habe. Die Räte hätten weder Vergleichsangebote noch Informationen bekommen, wie etwa Nachbargemeinden Anlagen für Fotovoltaik nutzten. Natürlich hätten sich die Aktiven Bürger und die SPD schon vor der Sitzung ausführlich informiert. Und plötzlich sei der OB ganz alleine dagestanden beim Abstimmungsergebnis von 1:22. Als sich dies abgezeichnet hätte, habe Kreil „den Beleidigten gespielt“ und sich konstruktiven Anfragen hin völlig verschlossen. „Sachliche Argumente zählen nicht, sondern nur die Meinung des OB“, beklagte Uli Pötzsch. „Der Mann versteht seine Rolle falsch“, legte Wolfgang Neidhardt nach. Kreil habe auch den Stadtrat sowie die Bevölkerung und deren Meinung zu vertreten und nicht die eigene. „Ich nenne das Hybris.“
Nun, öffentlich im Ferienausschuss, habe der OB die Mitg lieder seiner Fraktion doch noch in sein gegen den Fortschritt schwimmendes Boot bekommen. „So ist unser Antrag zunächst zwar gescheitert“, stellte Pötzsch fest. „Aber wir versprechen allen, die an alternative Energien glauben: Wir lassen nicht locker.“
Der Eklat beim Besuch des bayerischen Wirtschaftsministers vermochte angesichts der mittlerweile gewohnten Verhaltensweisen des Stadtoberhauptes kaum noch überraschen, stellte Klaus von Stetten weiter fest. Er ärgere sich trotzdem maßlos darüber, dass Kreil als bekennender und verbohrter Bahn-Gegner nun alleine mit den Bauern in Wildenau verhandle und erst am Ende der Verhandlungen bekanntgeben will, was er mit der Staatsregierung ausgehandelt hat. „Der Mann überschätzt sich einfach kolossal“, sagte der Sprecher der Aktiven Bürger. Dies, zumal in München längst die Weichen dafür gestellt seien, dass 2013 die Züge zwischen Selb-Plößberg und Asch wieder rollen. „Und Kreil braucht nicht zu denken, dass wir schweigen. Selbstverständlich reden auch wir mit den Bauern, aber auf unsere Weise.“ Unangenehm sei es nicht wenigen Selber Unternehmen gewesen, dass Kreil ihre Stellungnahme zum Bahn-Lückenschluss missbraucht habe, so von Stetten weiter. Man habe sich sehr differenziert geäußert und im Beisein des Wirtschaftsministers lediglich eingeräumt, dass die Bahnlinie Hof-Eger für den Transport von Produktionsgütern und Rohstoffen derzeit keine Bedeutung habe, sehr wohl jedoch als „weicher“ Standortfaktor für die Wertigkeit der Stadt und damit auch für Mitarbeiter ihrer Betriebe wichtig sei.
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