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Schaufenster für Werbepartner
Ulrich Pötzsch freut sich über die tolle Resonanz seiner Aktion. Mit seinem Konzept, leere Flächen zu vermieten, rennt er offene Türen ein. Bis Weihnachten soll sich in der Selber Innenstadt noch einiges tun.
Rechtzeitig vor Weihnachten sollen die leeren Schaufenster in der Selber Innenstadt Schnee von gestern sein - das jedenfalls hat sich Stadtrat Uli Pötzsch zum Ziel gesetzt. Seine Aktion, die Eigentümer von leer stehenden Ladengeschäften und Werbepartner, die Schaufenster in zentraler Lage mieten möchten, zusammenbringt, läuft auf Hochtouren. „Eigentlich wäre das ein Fulltime-Job", sagt Pötzsch, der gut einen Monat, nachdem er seine Idee publik gemacht hatte, eine überaus positive Bilanz zieht: „Bis dato stehen über 30 Schaufenster zur Vermittlung 40 Werbepartnern gegenüber — Tendenz steigend."
Der Selber, der für die Aktiven Bürger im Stadtrat sitzt, rennt mit seinem Konzept offene Türen ein, „denn nach dem Gespräch mit mir waren bisher fast alle Hauseigentümer bereit, die Schaufenster ihrer leeren Ladengeschäfte zu vermieten". Und diese wichtigen, erläuternden Gespräche führt Pötzsch in seiner eher knapp bemessenen Freizeit. Doch der Fahrlehrer opfert die Zeit gerne, wenn die Unterhaltungen Erfolg versprechen — wie beispielsweise mit einem Maklerbüro, als es um die Schaufenster im Anwesen Markplatz 1 ging. „Wie es aussieht, werden auch bald diese Sahnestückchen zur Vermietung frei sein."
Pötzsch freut sich auch über die positiven Nebeneffekte seiner Aktion. So möchten sich zum Beispiel Geschäftsinhaber mit Schaufenstern in der Innenstadt zusätzlich in exponierter Lage der Laufkundschaft präsentieren. Auch berichtet Pötzsch von auswärtigen Interessenten, zum Beispiel aus Hohenberg, Rehau, Marktleuthen oder Plauen, die ein Schaufenster in Selb mieten möchten. „Das zeigt, dass Selb für viele attraktiv ist." Pötzsch habe auch schon Anfragen nach Ladengeschäften erhalten, da sich herumgesprochen habe, dass er Kontakte zu den Hauseigentümern hat. Und ein ganz besonderes Erfolgserlebnis sei, dass ihm der Wirtschaftsförderer der StadtSelb, Oliver Weigel, seine volle Unterstützung angeboten habe.
Erfreut ist Pötzsch auch über das Angebot der Commerzbank, die Schaufenster der inzwischen geschlossenen Filiale in der Ludwigstraße bis Jahresende kostenlos zur Verfügung zu stellen, zumal bis dahin der Mietvertrag mit der Immobiliengesellschaft läuft, der das Anwesen gehört. Diese stellt dann ab Januar das Fenster weiter zur Verfügung, dann eben zum üblichen Mietpreis von 15 Euro pro Monat.
Freilich versteht Pötzsch, dass die meisten Werbepartner am liebsten Fenster in der Ludwigstraße mieten möchten. Und er bittet um Verständnis darum, dass er entscheidet, wer für welches Fenster geeignet ist. „An manchen Stellen muss einfach etwas Auffälliges hin", erklärt Pötzsch, der sich schon überlegt, wer zu wem passt, und was wohin. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass auch ein Schaufenster in dezentraler Lage, beispielsweise bei einer Ampel, durchaus vorteilhaft sein kann.
Unter den Werbepartnern seien Künstler genauso vertreten wie soziale Einrichtungen, Vereine, Einzelhändler oder Dienstleister. „Das ist eine prima Mischung, die die Sache noch attraktiver macht." Man merkt dem engagierter Selber an, dass ihm die Umsetzung seines Konzepts Spaß macht, auch wenn das Herstellen der Kontakte und die Vertragsabschlüsse mit zahllosen Telefonaten und einem enormen Zeitaufwand verbunden sind.
Freilich sei nach gut einem Monat noch nicht allzu viel zu sehen, gesteht Pötzsch ein, aber die Mieter der Schaufenster brauchten eine gewisse Vorlaufzeit, um sich mit Werbematerial einzudecken und es dann ansprechend zu präsentieren. Hier können sie auch gerne professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, denn Pötzsch vermittelt unter anderem Kontakte zu einer Dekorationsfirma.
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