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Interessenten sind da
In der Selber Innenstadt gibt es rund 50 leerstehende Geschäfte. Dem Selber Stadtrat Uli Pötzsch von den Aktiven Bürgern sind sie ein Dorn im Auge. Sein Werbeprojekt stellt er in der Jahnturnhalle vor.
Viele Selber hätten sich allmählich an das Bild von leerstehenden Geschäften und Schaufenstern in der Innenstadt gewöhnt, sagte Pötzsch bei einer öffentlichen Informationsversammlung in der Selber Jahnturnhalle, wo er seinen Vorschlag für ein Werbekonzept (wir berichteten) vorstellte. Er aber könne und wolle sich nicht daran gewöhnen. Denn die Wirkung nach außen sei katastrophal. Der Stadtrat verwies auf die Bewerbung eines. Arztes, der sich in Selb niederlassen wollte. Eigentlich sei schon fast alles unter Dach und Fach gewesen, da habe er einen Tag seine Frau mit nach Selb genommen, um ihr die Stadt zu zeigen. „Hier nicht", habe die Frau nicht zuletzt auch angesichts der Leerstände in der Innenstadt entschieden, und damit zog der Mann seine Bewerbung zurück.
„Die Selber Innenstadt muss wieder aufgewertet werden", betonte Pötzsch und stellte den Zuhörern zunächst eine Karte der Selber Innenstadt mit rund 5O roten Punkten
für Leerstände und seine Pläne vor, das zu ändern. Zwar erhoffe er sich von dem neuen Storg eine erhebliche Verbesserung. An den Leerständen aber werde das nicht viel ändern. Deshalb schlage er vor, wenigstens die Schaufenster der leerstehenden Geschäfte zu Werbezwecke zu nutzen, sagte Pötzsch. Das biete mehrere Vorteile. Zum einen sehe eine ansprechend gestaltete Werbung besser aus als leere Schaufenster. Zum anderen bringe es wenigstens etwas Geld in die Kasse der Vermieter. Und so mancher Geschäftsmann, der seinen Handwerksbetrieb oder sein Geschäft im Außenbereich habe, könnte auf diese Weise für seinen Betrieb in der Innenstadt werben.
Der Stadtrat betonte: „Ich habe selber nichts davon. Mir geht es aber darum, die Stadt, in der wir leben, wieder attraktiver zu gestalten." Pötzsch bietet sich deshalb als Vermittler zwischen Vermietern und Mietern an. Sogar einen eigenen Mietvertrag für die Werbeflächen hat er schon ausgearbeitet, den er den Zuhörern verstellte.
So soll der Preis pro Schaufenster generell 15 Euro im Monat betragen. Dafür stellt der Vermieter das Schaufenster zur Verfügung. Der Mieter verpflichtet sich, es ansprechend zu gestalten und zu pflegen. Selbstverständlich dürfe die Vermietung des Fensters nicht eine mögliche Vermietung des ganzen Geschäftes behindern. Deshalb sieht der Mietvertrag in einem solchen Fall eine Kündigungsfrist von vier Wochen vor.
Pötzsch nennt weiter einige Beispiele, die er sich hier vorstellen könnte. So gebe es zum Beispiel in Selb einen Laden mit speziellem Speiseangebot, das längst nicht allen bekannt sei. Hier biete sich eine Werbung per Schaufenster ebenso an wie für einen Verein, der sich vorstellen und Nachwuchs werben wolle. Auch eine Verbindung zum FactoryOutlet Center (FOC) kann sich der Stadtrat vorstellen. Da gebe es manches kleine Geschäft im FOC, dem eine Werbefläche in der Innenstadt gut täte, meint er. Auch für soziale Einrichtungen in der Stadt oder die Gastronomie wäre die direkte Werbung sicher kein Fehler. Ein Vertreter der IG BCE sah darin eine gute Möglichkeit, nach der Auflösung der örtlichen Geschäftsstelle über die Gewerkschaft zu informieren.
Nach einer kurzen Diskussion, in der die Kündigungszeit und die Mietpreisbindung angesprochen wurden, ging es auch gleich von der Theorie zur Praxis: Eine ganze Reihe von Interessenten für Vermietungen, aber auch Mieter, meldeten sich und ließen sich einen Mietvertrag geben.
Weitere Infos
Wer sich für die Aktion des Selber Stadtrats Uli Pötzsch interessiert und ein leerstehendes Geschäft vermieten oder mieten will, kann sich bei Uli Pötzsch, Stopfersfurth 4a in Selb, Telefon 09287/6322 od 0171/3530038 meiden.
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