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Haßfurt als Energie-Vorbild
Eine Delegation der Aktiven Bürger besucht die unterfränkische Stadt. Dort spricht sie mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke über alternative Versorgungsmöglichkeiten.
Die Stadt Haßfurt hat eine deutschlandweite Vorreiterrolle im Bereich alternative Energieerzeugung und Energieeffizienz eingenommen. Aus diesem Grund hat eine Delegation der Aktiven Bürger aus Selb die Stadtwerke Haßfurt besucht. Wie die Aktiven Bürger mitteilen, sind die Voraussetzungen in Haßfurt mit denen der Stadt Selb vergleichbar:. Eine Stadt mit 14 000 Einwohnern, ein CSU-Oberbürgermeister und die Energieversorgung in städtischer Hand. Auch die Infrastruktur mit einem Hallenbad und einem Eisstadion sei ähnlich.
16 Blockheizkraftwerke
Der große Unterschied sei jedoch, dass die Stadt Haßfurt 2012 etwa 70 Prozent ihres Haushaltsstrombedarfs selbst erzeugen wird, wovon 40 Prozent aus Sonnen- und Windenergie stammen. Selbst an Tagen mit Windstille und Nebel, also ohne Sonnen- und Windstrom, stoßen die Haßfurter nicht an ihre Versorgungsgrenzen, weil sie 16 eigene mit Erdgas gespeiste Blockheizkraftwerke (BHKW) und eine Biogasanlage betreiben. Außerdem haben sie Zugriff auf weitere zehn private BHKW. Die Delegation der Aktiven Bürger aus Selb bestand aus Ulrich Pötzsch, Klaus Cullmann, Klaus Glinski und Gerhard Bock. Sie wurden vom Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH, Norbert Zösch, empfangen. Dieser ist auch gleichzeitig der „Vater" dieser Entwicklung.
Stadtrat Uli Pötzsch von den Aktiven Bürgern im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Haßfurt, Norbert Zösch
Seit Ende der 90er Jahre würden konsequent alle technischen Möglichkeiten erkannt und genutzt, die zu einer unabhängigen kommunalen Energieerzeugung beitragen können. Photovoltaik auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden und den Dächern der Wohnungsbaugesellschaft, sowie drei Enercon E 70-Windkraftanlagen mit je 2,3 Megawatt Leistung bei einer Nabenhöhe von 98 Metern, die weitgehend mit Haßfurter Bürgerbeteiligung finanziert wurden, speisen nach Angaben der Aktiven Bürger in das städtische Netz ein. Bis 2015 plane die Stadt eine hundertprozentige regenerative Stromversorgung. Flächendeckend seien intelligente Stromzähler in 7800 Haushalten eingebaut.
Die Nutzung dieser Informationsquelle in jedem Haushalt bewirke, dass der einzelne Verbraucher sein Nutzungsverhalten verändere und damit in der Lage sei, seinen Verbrauch um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Diese fortschrittliche Technik habe aber nicht zu einer Verteuerung geführt.
Vorteil für die Kunden
Der positive Effekt der intelligenten Stromzähler in jedem Haushalt soll dazu führen, dass der Stromverbrauch mit der Erzeugung synchronisiert wird und dem schwankenden Preis an der Strombörse folgen kann, zum Vorteil eines jeden Kunden. Wie die Aktiven Bürger in ihrer Mitteilung schreiben, hat sie das Beispiel Haßfurt ermutigt, eine solche vorbildliche Energiepolitik auch auf Selb zu übertragen. Allerdings seien sie dabei wegen der Haltung des Selber Oberbürger-meisters Wolfgang Kreil nicht sehr optimistisch, wie die Entscheidung zur Photovoltaik auf dem Bauhof und die Ablehnung des von den Aktiven Bürgern vorgeschlagenen Blockheizkraftwerks im Hallenbad zeigten.
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