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Die Bahn-Befürworter jubeln
Die Vertreter der IG Bahnlinie Cheb-Hof sind in Feierlaune. Sie sehen Oberbürgermeister Kreil nun in der Pflicht, die Verwirklichung der Bahnlinie voranzubringen.
Von ThomasScharnagl
Der Held des Abends hatte Verspätung. Per Handy ließ Dr. Klaus von Stetten ausrichten; dass er noch auf der Autobahn bei Rehau unterwegs sei. Doch das tat der Stimmung in Cullmanns Atelier keinen Abbruch: „Selb, wir haben gewonnen", rief Uli Pötzsch von den Aktiven Bürgern in den Raum, in dem die Unterstützer der IG BaCH den Ausgang des Bürgerentscheides feierten. „65,72 Prozent — das ist der Hammer. Selb will diese Bahn." Den Bürgerentscheid bezeichnete Pötzsch als wichtiges demokratisches Werkzeug: „Wir sehen jetzt, was Selb wirklich will." An die Adresse des Selber Oberbürgermeisters gerichtet, sagte Pötzsch: " „Wir hoffen, dass er die Umsetzung des Projektes nicht bewusst teuer spricht."
Dr. Klaus von Stetten, Sprecher der IG BaCH und der Motor für die Reaktivierung der Bahnlinie, hielt, nachdem er zur feiernden Runde gestoßen war, dem Selber Oberbürgermeister vor, dass er im Vorfeld des Bürgerentscheids nicht integriert hätte, vielmehr habe er in Selb polarisiert. „Er muss jetzt sehen, wie er mit dem Entscheid umgeht." Von Stetten lud Kreil schon einmal dazu ein, „mit auf den Zug zu kommen". Er dankte den Selber Bürgern dafür, dass sie sich nicht von den „Zahlenspielereien" beirren lassen hätten. Sie hätten erkannt, welche Chancen der Bahnanschluss auch für die Vermarktung der Stadt biete.
 Als eine Schlappe des Oberbürgermeisters bezeichnete SPD-Vorsitzender Rudi Kirschneck den Ausgang des Bürgerentscheids. Die Bürgerinitiative gegen eine Beteiligung der Stadt Selb an den Kosten sei Kreils Versuch gewesen, „gegen die Mehrheit im Stadtrat vorzugehen". Er hielt Kreil vor, auch gegen seine eigene Fraktion gekämpft zu haben.

SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Wejmelka forderte den OB dazu auf, die Blockade gegen das Projekt aufzugeben. Er sah den OB in der Pflicht, sich für die Verwirklichung der Bahnlinie einzusetzen - und zwar so, dass die Kosten für die Stadt möglichst gering ausfielen. An die eigenen Reihen appellierte er, am Ball zu bleiben: „Die Bahn ist noch nicht durch."
In Cullmanns Atelier feierten auch Vertreter von Fichtelgebirgsverein, Lokschuppen und Bund Naturschutz -(BN). „Die Bahn hat Zukunft", sagte der zweite Vorsitzende vom Lokschuppen, Michael Pelz. „Das sieht man beim Blick auf die Zapfsäulen."
„Wir sind total glücklich", bekannte Inge Heinrich vom BN. „Wir versuchen seit 1992, die Bahnlinie zu reaktivieren." Und Reinhard Steeger vom FGV freute sich für alle „Wanderfreunde, die gerne mit der Bahn zu ihren Wanderzielen reisen". Die Grenze zwischen Bayern und Böhmen werde in zwei Generationen verschwunden sein - „dann brauchen wir jede Verkehrsverbindung".
   
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